Gesundheit

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Empfehlungen zum Verhalten beim Verdacht auf Grippe oder im Krankheitsfall

Grippe-Erkrankungen wie die Influenzagrippe oder auch die Schweine- oder Vogelgrippe breiten sich in der heutigen Zeit zunehmend schnell aus. Dies ist sicherlich eine logische Folge der zunehmenden Mobilität mit gesteigertem Flugreiseverkehr und der Freizeitkultur mit Massentreffen in Diskotheken, usw. Neu an der Influenza ist die mögliche Kombination mit einer Influenzauntergruppe tierischer Herkunft. Das heißt konkret vom Schwein, was dieser Influenza mit dem Typ H1N1 auch den Namen „Schweinegrippe“ eingebracht hat. Offenbar ist diese Influenza nicht wirklich bedeutend gefährlicher als ihre Vorgänger, allerdings ist Influenza an sich gefährlich. Als besonders wirksam kann zum einen die Infektionsprophylaxe – siehe unten – und ein vernünftiges persönliches Verhalten sowie zum anderen die „Grippe“-Impfung angesehen werden. Eine jährlich wiederholte Grippeimpfung bietet einen gewissen Schutz vor einer aktuellen Influenza, da Bruchstücke dieser Oberflächenantigene auch in den vergangenen Jahren in den Impfstoffen enthalten waren. Dies ist zwar kein perfekter Impfschutz gegen Grippe-Erkrankungen wie beispielsweise H1N1, aber doch deutlich wirksam.

Als Therapie steht heute generell das Medikament „Tamiflu“ zur Verfügung. Dieses Medikament muss jedoch vom Arzt verordnet werden und ist nur dann angezeigt, wenn die Infektion einen ungünstigen klinischen Verlauf nimmt – dann aber möglichst früh. Nicht in jedem Fall einer nachgewiesenen Influenza ist „Tamiflu“ angezeigt. Die vorbeugende Einnahme von „Tamiflu“ gibt keinen Sinn und ist global betrachtet schädlich, da unnötige Resistenzen gezüchtet werden und „Tamiflu“ damit vorzeitig seine Wirksamkeit verliert.

Im Weiteren gebe ich Empfehlungen zum Verhalten bei Verdacht von Krankheitsfällen bei der Influenza-Grippe heraus. Eine ausführliche Empfehlung zum Verhalten bei Verdachts- und Krankheitsfällen kann im Folgenden heruntergeladen werden zum Ausdrucken, welche ich von der Bundesagentur für gesundheitliche Aufklärung zitiere:

Empfehlungen zum Verhalten bei Verdachts- oder Krankheitsfällen bei
      Influenza zum Ausdrucken.

 

Gesundheitserziehung in die Grundschulen

Eigentlich sind alle so genannten Volkskrankheiten hausgemacht: Sie hängen mit unserer Art zu leben zusammen - dem Tempo, der mangelnden Bewegung, dem Überfluss, dem Stress, der Umwelt. Die Medizin kann viele Symptome beheben, ihre Art zu leben müssen jedoch die Betroffenen selbst ändern.
Ich weiß, dass das schwierig ist. Einige Kollegen haben es frustriert aufgegeben, mit ihren Patienten darüber zu sprechen. Aber genau dies gehört doch zu den Kernaufgaben de Arztes, im partnerschaftlichen Gespräch seinen Patientinnen und Patienten immer wieder zu verdeutlichen: Es gibt keine "Pille Gesundheit", die man so einfach schlucken kann, sondern Gesundheit ist eben ein lebenslanger aktiver Prozess der Eigeninitiative, Lebensfreude - das sind meiner Überzeugung nach ganz wichtige Elemente für ein gesundes Leben.
Wer die Menschen für eine eigenverantwortliche Gesundheitsgestaltung gewinnen möchte, sollte bei den Kinde anfangen. Deshalb halte ich ein Fach "Gesundheitserziehung" für dringend notwendig, schon in der Grundschule. Deutsche Schulkinder bewegen ich ja leider nur noch eine einzige Stunde täglich, und davon entfällt nur ein Viertel bis die Hälfte auf Sport.
Gerade einmal 15 Minuten täglich, so Forscher der Universität Frankfurt, bewegen ich Kinder heute so intensiv, dass sie aus der Puste geraten. Die Unbeweglichkeit der Kinder hat nicht nur Folgen für Muskeln und Skelett oder führt zu Adipositas, Arteriosklerose oder Diabetes mellitus. Das mangelnde Training für den Körper wirkt sich auch negativ auf die Entwicklung des Gehirns aus, denn gerade in der Grundschulzeit müssten sich eigentlich durch das Erlernen von Bewegungen wesentliche sensorische Fähigkeiten ausbilden. Dazu braucht das Gehirn aber z.B. das Feedback derjenigen Muskeln, die für die Feinkoordination des Körpers zuständig sind. Immer weniger Kinder sind jedoch noch imstande, über einen Balken zu balancieren, auf einem Bein längere Zeit das Gleichgewicht zu halten oder rückwärts im Kreis zu gehen. In den Schulen spielt der Sportunterricht trotz massiver Kritik vieler Sportpädagogen und Ärzte eine immer geringere Rolle.
Was ich immer wieder an der aktuellen Gesundheitspolitik kritisiert habe: Ärzte dürfen nicht zu Funktionsmedizinern degradiert werden, sondern müssen mitfühlender Partner sein. Und deshalb auch über den Tellerrand sehen und sich in gesellschaftliche Prozesse immer wieder einbringen, z.B. auch den Gesundheitsunterricht an Schulen fordern und mitmachen.
 

Jetzt gegen Grippe impfen

Weltweit sind verschiedenste Virus-Mutationen auf dem Vormarsch. Der plötzliche weltweite Ausbruch der Schweinegrippe im Jahr 2009 zeigt die Gefährlichkeit der Grippe nur zu deutlich. Deshalb sollte jeder geimpft sein!

Zur humanen Virusgrippe:
Übertragbare Krankheiten, die zu grippeähnlichen "Erkältungen" führen, treffen im Winter oft große Teile der Bevölkerung und führen zu Arbeitsausfällen. Die Verkühlungen (z.B. durch falsche Kleidung) schwächen den Körper und sein Immunabwehrsystem so, dass die allgemein durch Tröpfcheninfektion kursierenden Erreger sich in den Atemwegen ansiedeln können und Krankheitssymptome auslösen. Meist handelt es sich bei diesen Tröpfcheninfektionen um sog. 'Viren'. So wie Computerviren sich im Netz rasend ausbreiten und große Systeme lahm legen können, so vermehren auch diese Vieren sich schnell und bringen Symptome wie Husten, Schnupfen, Fieber und Abgeschlagenheit mit sich. Viren sind die kleinste Form aller lebenden Partikel, kleiner als Bakterien. Sie haben keinen Zellkern und keinen eigenen Stoffwechsel, lediglich ein DNA-Strang mit genetischen Informationen liegt in deren Inneren. Außerdem besitzen Viren eine Hülle und gewisse Strukturen, mit denen sie an andere lebende Zellen ankoppeln können. Ein Virus setzt sich zum Beispiel nach dem Einatmen in der Bronchialschleimhaut fest und dringt in die Zelle der Schleimhaut ein. Alsbald wird die Zelle umprogrammiert und die Zelle stellt nur noch Vieren her, um danach selbst zu sterben. So erklären sich die Krankheitssymptome eines grippalen Infektes.
Die Infektion mit dem Influenzavirus verläuft prinzipiell genauso - die Folgen für den Körper sind jedoch aufgrund der Aggressivität des Virus erheblich schlimmer. Nach raschem Beginn ist der Mensch in wenigen Stunden schwer krank, hat hohes Fieber über 40°C, Schmerzen, Husten, Auswurf, Schüttelfrost und Schweißausbrüche. Durch die Schädigung der Lunge kommt immer weniger Sauerstoff in die Blutbahn, der Mensch muss im Krankenhaus behandelt und eventuell sogar beatmet werden. Kinder und alte Menschen sterben oft an der Influenza mit Lungenentzündung, die sich bei uns in den Monaten Dezember bis März in Wellen gehäuft durch das Land zieht. Man spricht davon, dass bei Influenza-Epidemien mehr Menschen sterben, als im Straßenverkehr: mehr als 10.000 Influenza-Tote pro Jahr in Deutschland (etwa 7000 Menschen sterben jährlich auf den Straßen)! Kompliziert wird die Situation dadurch, dass das Influenzavirus weltweit agiert, meist in Epidemien auftritt und sich von Jahr zu Jahr in der Struktur der äußeren Hülle ändert. Epidemie bedeutet, dass große Teile der Bevölkerung erkranken.

Der Weg zur Diagnose:
Plötzlicher Beginn aus vollem Wohlbefinden, schweres allgemeines Krankheitsgefühl, hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Luftnot.

Die Therapie:
Sofort bei Verdacht Verordnung eines spezifischen Medikamentes gegen die Influenza-viren. Das z.Zt. wirksamste Medikament heißt Tamiflu und wird als Tablette geschluckt. Bei Richtigkeit der Diagnose bessern sich die Symptome fast so rasch, wie sie gekommen sind. Je früher die Therapie beginnt, desto besser.

Beim Ausbruch einer Epidemie:
Bei einer Epidemie ist das Gesundheitsamt mit seinen Ärzten zuständig. Dieses Amt wird je nach Bedarf Schulen und öffentliche Einrichtungen schließen, den öffentlichen Personennahverkehr regeln (z.B. U-Bahnen schließen), Informationen über Fernsehen und Rundfunk verbreiten und zum Zuhausebleiben auffordern. Außerdem steht dem Gesundheitsamt das Instrument der Zwangsimpfung zur Verfügung, da durch eine rechtzeitige Impfung der noch Gesunden die Weiterverbreitung die Epidemie abgeriegelt werden kann. Wie die Ämter reagieren müssen, haben wir bei der SARS-Epidemie im Frühjahr 2003 gesehen. Das SARS-Virus ist zwar nicht die Influenza, sein Verhalten im Menschen ist jedoch ähnlich. In Hongkong und Toronto mussten die Menschen Atemschutzmasken tragen und Schulen und viele öffentliche Betriebe waren gesperrt. Auch durfte niemand verreisen. Da Influenza-Epidemien zeitlich gebunden in der kühleren Jahreszeit auftreten, begrenzen sie sich jedoch von selbst bei Eintritt der wärmeren Jahreszeit. Andererseits wird dann die andere Erdhalbkugel wieder betroffen, so dass es ständig irgendwo auf der Welt Influenza-Erkrankungen gibt.

Die Vorbeugung:
Die beste Vorbeugung ist die Impfung! Die Impfung ist kostenlos und wird auch von uns ausgeführt! Dadurch, dass man einem Menschen abgetötete Virusbruchstücke einspritzt, bildet sein Immunsystem so genannte 'Antikörper', die das echte Influenzavirus dann sofort töten können. Dies ist ein aktiver Impfschutz, der aber jedes Jahr im Herbst durch Impfung erneuert werden muss. Zielpersonen der Impfung sind: alle über 60jährigen Menschen, alle chronisch kranken Menschen gleich welchen Alters (z.B. Asthmakinder) und alle Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko (z.B. Krankenschwestern, Busfahrer, Lehrer).

Das Frühwarnsystem:
Es gibt Stellen, die die aktuellen Daten über das Auftreten von Influenza sammeln und öffentlich zur Verfügung stellen (z.B. Gesundheitsämter, Pharmafirmen). Aus diesen Daten kann die Gefährdung für das Auftreten einer Epidemie frühzeitig abgelesen werden. Bei Bedarf erfolgen dann öffentliche Aufrufe zur Impfung. Das beste Frühwarnsystem hat jedoch der aufmerksame Mensch, der sich zeitig impfen und bei den ersten Anzeichen einer ernsthaften akuten Virusinfektion vom Arzt untersuchen lässt.


 

Anschrift

Dr. med Hermann-Josef Dixius
Bahnhofstraße 20 in 54306 Kordel
Tel.: 06505-1022, Mobil: 0172-6574411

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